Lichtblick der Woche

Es ist schwer, in dieser Zeit einen Lichtblick auszumachen –
– einer Zeit, in der die Aussichten auf „Rückkehr in die Therapie“ stehen,
– einer Zeit, in der die Enttäuschung über das erneute Wachstum von Metastasen groß ist,
– einer Zeit, in der wir wieder Träume von entspannte(re)m Urlaub begraben können –
– einfach in einer Zeit, in der sich so manche Hoffnungen zerschlagen haben. 

Aber nicht jede. Denn
– noch haben Ärztinnen und Ärzte ihre Möglichkeiten nicht ausgeschöpft,
– und es stehen uns viele Menschen zur Seite,
– und wir haben uns,
– und, nicht zu unterschätzen, wir haben Arbeit, Frühling und einen funktionierenden Laptop. Das mag banal erscheinen, aber es sind auch solche kleinen Dinge, die über einen guten oder schlechten Tag entscheiden.

Und ein Spruch, der mir in anderen Zusammenhängen ebenfalls sehr banal vorkommt, geht mir heute nicht aus dem Kopf: Es ist noch nicht aller Tage Abend.

Nein, es gibt diesmal nicht den einen Lichtblick der Woche. Aber eine ganze Reihe von kleinen.

Lobetal, Celle

Aus der Reihe „Wie ich wurde, was ich bin“. Alle Beiträge findet ihr in der „Themensuche“ auf der rechten Seite unter der entsprechenden Kategorie.

Als ich 1976 in Neuendettelsau mit dem Studium begann, war das nun ja nicht gerade die große Welt. Aber gemessen an dem, wo ich herkam, hatten sich mir noch einmal neue Horizonte geöffnet. Ich lernte Menschen kennen, die nicht nur theologische Texte interpretieren konnten, sondern auch Autos reparieren und Knoblauch-Spaghetti kochen. Vor allem aber imponierte mir ihr müheloser Umgang mit anderen Menschen. Da hatte ich noch viel vor mir.

Im Lauf der Jahre habe ich dann versucht, meine Fähigkeiten zu entwickeln. Bei einigen ist es mir besser gelungen als bei anderen. Und bei allen Schwierigkeiten und Schmerzen – es war und ist immer noch ein gutes Gefühl: Nach den Sternen zu greifen.

20160624_111735Um meinen Horizont zu erweitern, machte ich im Sommer 78 ein dreimonatiges Praktikum in der Behinderteneinrichtung Lobetal in Celle. Es war eine andere Welt. Vielleicht lag es daran, dass die Sterne an einer anderen Stelle hingen. Weiterlesen