Gott wird Mensch

Exerzitien 14. Teil, Bingen 2016, die „zweite Woche“

Bisher stand die eigene Person im Mittelpunkt der Exerzitien. Ab nun geht es darum, den Weg Jesu zu meditieren und darin den eigenen Weg zu erkennen. Es beginnt mit der Inkarnation, der Menschwerdung Gottes. Wie ist dieser Vorgang zu begreifen? Der Kirchenvater Irenäus meinte: „Gott wurde Mensch, damit der Mensch Gott würde.“ Und der ehemalige Bischof von Aachen, Klaus Hemmerle, prägte den Satz: „Mach es wie Gott, werde Mensch.“ Ignatius fordert in seinen Exerzitien zunächst einmal, sich die Szene vorzustellen, wie es zur Inkarnation kam, den Prolog im Himmel. Und dann die Geschichte von der Verkündigung an Maria vor das geistige Auge zu holen. Hier also die Vorgeschichte zur Inkarnation, wie sie wirklich geschehen ist. Quelle: Mein Binger Tagebuch.

DER GÖTTLICHE RATSCHLUSS. DER PROLOG IM HIMMEL
(V: Vater, S: Sohn, H: Heiliger Geist) Weiterlesen

Zeitenwende

Exerzitien 15. Teil, Bingen 2016, die „zweite Woche“

Eine wesentliche Aufgabe der Exerzitien ist es, sich die biblischen Geschichten so lebendig wie möglich vorzustellen. Die Geburt versuche ich aus verschiedenen Perspektiven darzustellen:

JOSEPH ERINNERT SICH AN DIE REISE NACH BETHLEHEM

Es waren aufregende Wochen gewesen. Erst die Schwangerschaft von Maria, die sich keiner so recht erklären konnte. Ich kam mit ihrem Vater überein, dass ich sie zur Frau nahm und er auf die 50 Silberstücke verzichtete (5. Mose 22, 29). Sie war mir ja versprochen gewesen. Dann der Befehl des Kaisers, der uns nach Bethlehem geführt hatte. Die überfüllte Herberge; wir fanden nur noch Platz im Erdgeschoss, bei den Tieren. Der Vorteil war, dass wir bei der Geburt des Kleinen jede Menge Hilfe hatten.

Aber es war auch unglaublich unruhig. Ich erinnere mich an einen Idumäer, der furchtbar schnarchte, und an drei Nabatäer, die bis spät in die Nacht die Weihrauchpreise diskutierten. Und plötzlich ging dann die Tür auf, und ein paar verwegene Gestalten kamen herein. Hirten. Weiterlesen